Schnitzel Hawaii

Liebes Engelchen,

jetzt heißt es Vintage Cooking in der Küche. Aus der Zeit des Toast-Hawaii, wir erinnern uns der 50er Jahre, hat sich ein Rezept in die Jetztzeit gerettet und erlebt immer wiederkehrend eine Renaissance anaboler und kataboler Kochkultur. Wer die 1950er Jahre würdigen und ein Statement setzen will, setzt dem Ganzen, sei es Toast oder Schnitzel, einen Abschluß mit einer halbierten Cocktail-Kirsche auf. Diese hat sich schließlich bis in die 80er in der Gastronomie gehalten zusammen mit den vielen Dessert’s auf der Basis gezuckerter und eingeweckter Früchte und Obst. Ich bin mal mutig und wage eine noch bevorstehende Wiederentdeckung zumindest der dekorativen Zuckerkirsche in der New Vintage Kitchen zu prophezeien :-).

So wäre dieses Rezept wahrscheinlich auch in den 50er und 80er geblieben, wenn nicht immer wieder ein treuer Gaumen mit einer durch die Jahre erschreckenden Kontinuität laut schreiend nach diesem Rezept verlangen würde. Ja, liebe Ramona, ohne Deine Beharrlichkeit wäre dieses Rezept den praktizierenden Kochteufelchen wohl vorenthalten worden. Damit beuge ich mich und gewähre dem Schnitzel Hawaii endlich seinen wohl und zu recht verdienten Platz, ja dem Schnitzel mit dem roten Zuckerhütchen, gleich neben dem Toast Hawaii.

Ein moderner Endivien-Salat mit verschiedenen Kräutern und Riesen-Pasta katapultieren dieses Gericht immer wieder in die Top 10 meiner bekochten „Versuchskaninchen“.

Angemerkt sei hier – um der Wahrheit Rechnung zu tragen – das Folgende: Das vermeindlichen Schnitzel ist in Wirklichkeit ein (Nacken-)Kotelett. Da das ursprüngliche Rezept mit einem Schnitzel entwickelt wurde, werden die beiden Begriffe Kotelett und Schnitzel aus historischen Gründen in diesem Rezept gleich und durcheinander verwendet – es sei mir nachsehen.

🙂 Bon appétit mein Liebes,
Dein Teufelchen.

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Für die Hawaii-Schnitzel benötigst Du:

6 Koteletts vom Schweinekamm (1 kg)
12 Kaiserkirschen
6 Scheiben gezuckerte Ananas (den Saft einer Dose Ananas benötigst Du auch)
Gewürze: Langpfeffer, Majunga-Pfeffer, Fleur de Sel, Paprika, Gemahlene Zwiebeln, Englischer Curry.
6 großzügig gehäufte TL Sahnemeerretich
12 Scheiben (also ausreichend Scheiblettenkäse)
Gekörnte Rinderbrühe oder Rinderfond
Basilikum

Als Beilage passen hervorragend große Nudeln, welche die Sauce gut aufnehmen können.

Für den Gurkensalat:

10-12 Snackgurken
1 Hand voll gehackter Petersilie
1/2 Hand voll gehacktes Badilikum
3 Prisen Kambot-Pfeffer (schwarzer Pfeffer)
5 EL eines fruchtigen Himbeeressig
4 EL Oliven-ÖL
1/2 TL Fleur de sel
3 EL Grade C Ahorn-Sirup

Als erstes schmeißt Du Deinen Ofen an und bringst Ihn auf 180 °C Umluft. Das in Scheiben geschnittene  Fleisch wird bei Bedarf etwas plattiert, großzügig gewürzt und anschließend in der heißen Pfanne von beiden Seiten scharf angebraten, so bekommt das Fleisch eine schöne Farbe und Kruste (um mehr geht es hier nicht, die Koteletts schmoren ja noch im Ofen). Hast Du alle Koteletts angebraten, löscht Du den Ansatz mit dem Ananassaft und  Fond (oder angesetzte Brühe) ab.

Das angebratene Fleisch legst Du in eine ausreichend grosse Auflaufform und belegst jedes Kotelett mit einer Ananasscheibe. Wähle eine ausreichend hohe Auflaufform, damit die nachher angegossene Flüssigkeit den Käse grade eben noch benetzt. In das Loch der Ananas gibtst Du ordentlich Sahnemeerrettich und, wenn Du magst, die erste Kaiserkirsche. Der Scheiblettenkäse kommt flächendeckend auf die Schnitzel, dabei gilt: je mehr desto besser! Also ruhig noch eine Scheibe mehr auflegen. Je nachdem wie stark Dein Fond oder Brühe ist, gibst Du jetzt noch gekörnte Brühe über auf die Käsedecke (3-4 EL).

Der abgelöschte Bratenansatz kommt jetzt auf die Käsedecke, die Flüssigkeit soll den Käse soeben überdecken. Jetzt dürfen die Schnitzel (also Koteletts) in den Ofen und das für ca. 30 min, bis der Käse angebräunt und in der Flüssigkeit geschmolzen ist. In der Zwischenzeit kannst Du Dich um die Zubereitung der Beilagen kümmern. Ich habe neben Nudeln auch schon Reis und Kartoffelbrei zubereitet, muß aber sagen: Nudeln sind eindeutig die beste Wahl!

Wenn die Schnitzel fertig sind, kannst Du die Flüssigkeit einfach so lassen wie sie ist (also mit den schwimmenden Käseflocken), oder auch in einem guten Mixer pürieren, oder halb und halb. Alles ist sehr lecker. Solltest Du die Mixervariante wählen, empfehle ich Dir noch zusätzlich einige Scheiben Käse mit dazuzugeben. Im Mixer schäumt die Sauce dann auch noch ein wenig auf und emulgiert.

Als Salatbeilage haben wir hier einen Gurkensalat aus Snackgurken. Diese einfach in dünne Scheiben schneiden, die Kräuter fein hacken und zusammen mit den anderen Zutaten in einer Schüssel verrühren und abschmecken.

Jetzt einfach anrichten und genießen.

🙂 Bon appétit!

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